Artikel aus der Rubrik „Aktuell“ | | 26.01.2022 | ±3 Minuten Lesezeit

Der Premierminister West-Australiens, Mark McGowan, hat beschlossen, die für den 5. Februar geplante Grenzöffnung zu verlegen. Dies bedeutet für internationale Reisende, dass sie neben dem Visum für Australien auch eine travel exemption benötigen.

Zusätzliche Booster werden benötigt

West-Australien hält die Grenzen jetzt schon mehr als zwei Jahre lang geschlossen. Sogar Reisende aus anderen Teilen Australiens dürfen nicht in den Teilstaat reisen. Am 13. Dezember 2021 teilte der Premierminister Mark McGowan mit, die Grenzen am 5. Februar 2022 zu öffnen. Reisende, die vollständig gegen das Coronavirus geimpft sind, dürften dann in den Teilstaat reisen, ohne nach der Ankunft in Quarantäne gehen zu müssen. Das Datum wurde beschlossen, weil die Behörden des Teilstaats erwarteten, dass bis dahin 90 % der Bevölkerung geimpft sein würden. Reisende aus dem Ausland würden neben dem Visum keine travel exemption mehr für die Reise nach West-Australien benötigen.

Die Omikron-Variante des Coronavirus hat die Pläne zunichtegemacht. Wie auch in vielen anderen Ländern, so steigen auch in West-Australien die Infektionszahlen stark an. Der Premierminister des Teilstaates hat deswegen beschlossen zu warten, bis ein größerer Teil der Bevölkerung eine Boosterimpfung erhalten hat. Zum heutigen Stand haben 28 % der Bevölkerung West-Australiens eine Boosterimpfung erhalten. Dieser Anteil wird am 5. Februar voraussichtlich bei 40 % liegen. Der Premierminister McGowan teilte mit, die Grenzen erst bei einem Boosteranteil von 80 % öffnen zu können. Hiermit folgt McGowan der Empfehlung von Gesundheitsexperten.

Ein neues Datum für die Grenzöffnung ist noch nicht bekannt.

Ausbreitung der Ausnahmeregeln

Einige der Coronamaßnahmen, die für Reisende nach West-Australien gelten, werden bereits jetzt gelockert. Ab dem 5. Februar dürfen Personen für Beerdigungen oder Gerichtsverhandlungen in den Teilstaat reisen. Auch Besuche an unheilbar Kranke oder Menschen in der Palliativpflege sind wieder gestattet. Nach den heutigen Regeln müssen alle Einreisenden zunächst 7 Tage in einem Quarantänehotel verbringen und daraufhin 7 Tage in häusliche Quarantäne.

Die Behörden West-Australiens teilten mit, dass sie die Effekte der neuen Regeln in den kommenden Wochen beobachten, damit über mögliche weitere Lockerungen diskutiert werden könne. Laut McGowan verursacht die Omikron-Variante des Coronavirus einen Ausnahmezustand, wodurch eine Grenzöffnung am 5. Februar unverantwortlich wäre.

Australien einreisen: Sie benötigen ein Visum und eine travel exemption

Die Nachricht schlägt ein wie eine Bombe. Sowohl Australier als auch Ausländer, die eine Reise nach West-Australien planten, sind davon betroffen. Im Moment müssen internationale Reisende neben dem Visum für Australien auch eine Ausnahmegenehmigung (travel exemption) beantragen. Die Genehmigung war bisher nur für eine begrenzte Anzahl Menschen verfügbar, wie z. B. für Eltern von erwachsenen Australiern. Der neue Entscheid des Premierministers McGowan bedeutet, dass mehr Menschen von der Ausnahmeregelung Gebrauch machen können. Die travel exemption kann bereits beantragt werden, bevor der Visumantrag genehmigt wurde. Die Ausnahmegenehmigung verläuft allerdings nach 8 Wochen.

Gültigkeit beantragter Visa

Viele Reisende hatten bereits ein Visum beantragt, um ab dem 5. Februar nach Australien zu reisen. Auch wenn es noch unklar ist, wann die Grenzen West-Australiens wieder geöffnet werden, ist zu erwarten, dass dies noch im Frühjahr geschehen wird. Das Visum für Australien ist ein Jahr lang gültig, beginnend zum Genehmigungszeitpunkt. Die Gültigkeit bereits genehmigter Visa sind nicht von der Verschiebung der Grenzöffnung betroffen. Das heißt, dass Reisende, die dieses Jahr noch nach Australien reisen wollen, kein neues Visum beantragen müssen. Dies ist nur dann notwendig, wenn die Gültigkeit ihres Visums abläuft oder wenn ein neuer Reisepass beantragt wird.