Artikel aus der Rubrik „Aktuell“ | | 18.01.2022 | ±3 Minuten Lesezeit

Die Europäische Union hat angekündigt, Kanada und einige weitere Länder von der Liste sicherer Länder in Hinsicht auf Corona zu streichen.

Kanada leidet unter der Omikron-Variante

In Kanada steigen die Coronazahlen rasant an, aufgrund der Verbreitung der Omikron-Variante. Das Land schien das Virus letztes Jahr noch unter Kontrolle zu bekommen, wodurch es die Grenzen wieder für Touristen öffnen konnte, doch jetzt steigt der Druck auf die Gesundheitsversorgung stark an. Die Anzahl der coronabedingten Krankenhauspatienten liegt zum ersten Mal über 10.000, wobei 1.148 Patienten auf der Intensivstation liegen. Am 5. Januar lag die Krankenhausbelegung noch bei 5.000. In knapp zwei Wochen ist diese Zahl also verdoppelt. Die Mehrheit der Infektionen findet in den Provinzen Quebec und Ontario statt.

Die Zahl der Todesfälle aufgrund von Corona steigt weniger stark an. Im Durchschnitt sterben in Kanada pro Woche momentan 116 Menschen an den Folgen einer Coronainfektion. Auch die Zahl der Neuinfektionen scheint sich zu stabilisieren, was zu einem großen Teil dem erfolgreichen Impfprogramm im Land zu danken ist. Mittlerweile sind 82 % der Einwohner Kanadas über 5 Jahren vollständig geimpft. Vor kurzem hat die kanadische Regierung eine neue Corona-Pille von Pfizer, Paxlovid, zugelassen. Die Pille kann von erwachsenen Personen einer Risikogruppe eingesetzt werden, die unter leichten bis mittelschweren Coronabeschwerden leiden. Die Pille ist noch nicht für die Anwendung bei Personen unter 18 Jahren oder bei Personen, die wegen einer Coronainfektion bereits im Krankenhaus liegen, zugelassen.

EU-Entscheid nicht bindend für Mitgliedsstaaten

Aufgrund der derzeitigen Situation in Kanada hat die Europäische Union entschieden, das Land von der Liste der sicheren Länder in Bezug auf Corona zu streichen. Die Liste wird seit Juni 2020 alle zwei Wochen aktualisiert. Momentan stehen unter anderem Südkorea, Neuseeland und China auf der Liste der sicheren Länder. Neben Kanada werden auch Australien und Argentinien von der Liste gestrichen. Die EU hält die Corona-Lage in diesen Ländern für dermaßen ernst, dass nicht-essenzielle Reisen nach EU-Mitgliedsstaaten eingeschränkt werden sollten.

Es handelt sich bei dem EU-Entscheid lediglich um eine nicht-bindende Empfehlung. Das bedeutet, dass die Mitgliedsstaaten selbst entscheiden dürfen, ob sie Reisebeschränkungen für diese Länder einführen. Die Coronaimpfungen ermöglichten es vielen Ländern, die Grenzen für internationale Reisen wieder zu öffnen. Das gibt den Mitgliedsstaaten mehr Flexibilität in der Entscheidung, ob sie dem Rat der EU folgen wollen.

Derzeit müssen vollständig geimpfte Reisende, die aus Kanada nach Deutschland reisen, ihre Einreise digital anmelden. Daraufhin kann der Impf- oder Genesenennachweis über einen Link auf der Anmeldebestätigung hochgeladen werden. Falls dies vor der Einreise erledigt wird, dann besteht bei der Ankunft keine Quarantänepflicht.

Folgen für Reisen nach Kanada

Es ist unwahrscheinlich, dass der EU-Entscheid negative Folgen für Reisen aus der EU nach Kanada mit sich ziehen wird. Seit dem 7. September 2021 ist es für europäische Reisende wieder erlaubt, nach Kanada zu reisen. Allerdings müssen sie vollständig geimpft sein und ein negatives Testresultat vorlegen können, das höchstens 72 Stunden alt ist. Man muss vorher auch ein eTa für Kanada beantragen. Dies geschieht online mit dem digitalen eTa-Formular. Reisende können auch ein positives Testresultat vorlegen, das 14 bis 180 Tage vor der Abreise ausgeteilt wurde. Kinder unter 12 Jahren dürfen auch ungeimpft nach Kanada reisen.

Neben dem online eTA-Antrag, müssen Reisende auch ihren Impfnachweis und ihr Testergebnis in der App ArriveCAN hochladen, das von den kanadischen Behörden entwickelt wurde.