Artikel aus der Rubrik „Aktuell“ | | 31.01.2022 | ±3 Minuten Lesezeit

Nach Angaben der kenianischen Behörden ist der Tourismus in Kenia auf dem besten Weg, sich von der Coronapandemie zu erholen. Auch ausländische Touristen mit einem gültigen Visum für Kenia sind wieder im Land willkommen.

Fokus auf inländischen Tourismus

Die kenianische Tourismusindustrie ist vom ausländischen Tourismus abhängig. Das Land ist ein beliebtes Reiseziel für Safaris und auch die Resorts ziehen jedes Jahr Tausende von Besuchern an. Die Coronapandemie sorgte für einen starken Rückgang in der Zahl der Touristen, die nach Kenia reisten. Während das Land 2019 noch 2 Millionen internationale Touristen willkommen hieß, waren es ein Jahr später nur noch 870.500. Da weniger ausländische Devisen ins Land kommen, hat die kenianische Währung, der Schilling, stark an Wert verloren. Die Einnahmen aus dem Tourismus beliefen sich 2020 auf 88,6 Milliarden Schilling (etwa 781 Millionen Dollar), was einen starken Rückgang gegenüber dem Vorjahr darstellt. Mehr als 1 Million Arbeitnehmer in diesem Sektor verloren Ihren Job.

2021 stiegen die Einnahmen aus dem Tourismus auf 150 Milliarden Schilling (etwa 1,3 Milliarden Dollar) und auch die Anzahl an Arbeitsplätzen in dem Sektor stieg wieder an. Wegen dieser positiven Entwicklung, ist die Regierung der Ansicht, dass die Erholung des Tourismussektors auf einem guten Weg ist. Kenia stützt sich derzeit hauptsächlich auf den Inlandstourismus. Ferienanlagen, die sich normalerweise hauptsächlich an ausländische Touristen wenden, bieten nun auch kenianischen Urlaubern preiswerte Unterkünfte an. Nach Angaben von Tourismusminister Najib Balala habe sich die Anzahl gebuchter Hotelbetten 2021 im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt.

Erholung des internationalen Tourismus 2022

Die kenianischen Behörden erwarten, dass die Erholung sich 2022 fortsetzen wird. Die Einkünfte aus dem Tourismus für 2022 werden auf 173 Milliarden Schilling (etwa 1,5 Milliarden Dollar) geschätzt. Diese Prognose hängt von der Entwicklung der weltweiten Impfkampagne gegen das Coronavirus ab. Kenia selbst hinkt in dieser Hinsicht noch hinterher. Bisher wurden erst etwas mehr als 10 % der Bevölkerung vollständig geimpft. Gleichzeitig ist die Zahl der Neuinfektionen und Todesfälle im Land rückläufig. Obwohl die Zahl der Impfungen noch relativ gering ist, hat Kenia bereits einige Boosterimpfungen gesetzt. Die Regierung hat außerdem angekündigt, dass sie strengere Vorschriften für ungeimpfte Personen in Erwägung zieht. So könnte ihnen beispielsweise der Zugang zu öffentlichen Gebäuden wie Banken verwehrt werden. Kürzlich kündigten die Vereinigten Staaten an, dass sie zwei Millionen Dosen Impfstoff nach Kenia schicken würden.

Die kenianischen Behörden werden sich zunächst auf die Länder konzentrieren, die die meisten Touristen nach Kenia bringen, wie die USA und das Vereinigte Königreich. Aber auch Länder wie China und Indien sind wichtige Einnahmequellen für den kenianischen Tourismussektor. Indien ist der zweitgrößte Investor in der kenianischen Wirtschaft. Nach Ansicht der indischen Regierung sei die Wiederaufnahme des Tourismus zwischen den beiden Ländern sehr wichtig für die Stärkung der Wirtschaftsbeziehungen.

Tourismus aus Europa nach Kenia

Auch für Touristen europäischer Herkunft ist Kenia ein beliebtes Reiseziel. Da die Temperaturen im Land das gesamte Jahr über warm sind, buchen viele Europäer vor allem im Winter einen Aufenthalt in einem Resort oder Hotel. Auf diese Weise können sie von den angenehmen Temperaturen genießen. Dies liegt zum Teil auch daran, dass es relativ einfach ist, ein Visum für die Einreise nach Kenia zu beantragen. Das Visum wird online beantragt und im Durchschnitt innerhalb einer Woche ausgestellt. Reisende müssen ein Lichtbild und einen Scan ihres Reisepasses hochladen und zusätzlich die Buchungsbestätigung eines Hotels oder Resorts digital einreichen. Wenn man bei Freunden oder der Familie verbleibt, muss anstelle einer Buchungsbestätigung ein Einladungsbrief hochgeladen werden. Es darf sich hierbei auch um eine (informelle) E-Mail oder eine SMS handeln.