Artikel aus der Rubrik „Aktuell“ | | 25.09.2020 | ±5 Minuten Lesezeit

Die meisten Menschen gehen davon aus, dass Rangun die Hauptstadt von Myanmar ist. Rangun ist zwar die größte Stadt des Landes, nicht jedoch die Hauptstadt. Die offizielle Hauptstadt von Myanmar ist Naypyidaw. Da die meisten Touristen nach Rangun in Urlaub fahren, ist relativ wenig darüber bekannt, was es in Naypyidaw für Touristen zu sehen gibt. In diesem Artikel tauchen wir in die Geheimnisse dieser Stadt ein.

Naypyidaw: die unbekannte Hauptstadt

Dass viele Menschen denken, dass Rangun die Hauptstadt Myanmars ist, hat einen guten Grund. Bis 2006 war sie es nämlich auch. 2006 beschloss die Regierung, den Regierungssitz nach Naypyidaw zu verlegen. Es ist immer noch nicht klar, was der Grund dafür war. Ein oft gehörtes Argument ist, dass die bessere Lage von Naypyidaw der Grund für den Umzug gewesen sei. Naypyidaw liegt geografisch näher an Gebieten, in denen die Regierung von Myanmar mehr Kontrolle ausüben will, wie zum Beispiel Kayin. Die offizielle Begründung der Regierung lautet jedoch, dass Rangun zu geschäftig geworden sei, sodass nicht genügend Platz für eine Erweiterung der Amtsgebäude vorhanden war.

Naypyidaw kennt bisher nur eine sehr kurze Geschichte. Die Regierung Myanmars begann 2002 mit dem Bau der Stadt und 2012 war sie fertiggestellt. Infolgedessen hat Naypyidaw relativ wenige Touristenattraktionen oder Sehenswürdigkeiten. Da die Stadt so neu ist, hat sie beispielsweise nur wenige historische Gebiete oder Gebäude.

Leere Gebäude und verlassene Straßen

Reisende, die in Naypyidaw ankommen, bekommen oft den Eindruck, dass die Stadt verlassen ist. Laut offiziellen Angaben hat Naypyidaw mehr als 900.000 Einwohner, aber es ist fast sicher, dass das übertrieben ist. Naypyidaw kennzeichnet sich durch leere Straßen und menschenleere Gassen. Die Stadt wurde so schnell gebaut, dass es scheint, als gehöre sie überhaupt nicht zu Myanmar. Sie ist voll von hohen, modernen Gebäuden, großen Hotels und ausgestreckten Einkaufszentren, die praktisch ungenutzt sind. Verglichen mit dem Rest des von Armut geplagten Lands scheint Naypyidaw von einem fremden Planeten gekommen zu sein. Es wird geschätzt, dass der Bau der Stadt 4 Milliarden Euro gekostet haben soll.

Einen Besuch wert

Das alles könnte den Eindruck erwecken, dass Naypyidaw Touristen wenig zu bieten hat. Dem ist jedoch nicht so. Für Touristen, die genug von der Hektik in Rangun haben, ist Naypyidaw eine gute Möglichkeit, einmal etwas anderes zu sehen. Reisende, die sich einmal wie ein Entdecker fühlen möchten, sind in Naypyidaw am richtigen Ort. Naypyidaw hat mehrere Attraktionen, für die es sich lohnt, einen Umweg zu machen, unter anderem:

Die Uppatasanti Pagode

Diese gigantische, mehr als 90 Meter hohe Pagode, wurde 2006 im Auftrag von General Than Shwe gebaut. Der Name „Uppatasanti“ bedeutet in etwa "Schutz vor Katastrophen", aber die Pagode wird auch "Friedenspagode" genannt. Die Pagode ist mehr oder weniger eine Kopie der Shwedagon Pagode in Rangun, die 99 Meter hoch ist. In der Pagode findet man mehrere buddhistische Schreine/Altare, deren Zweck die Meditation ist. Draußen finden Sie Buddha-Statuen, die Sie mit Wasser besprenkeln können. Jede Statue ist einem bestimmten burmesischen Wochentag (die anders eingeteilt sind als unsere westlichen) geweiht, und der Sinn und Zweck ist, die Statue am jeweiligen Geburtstag einer Person zu besprenkeln. Die Erklärungen und Inschriften bei den Statuen sind jedoch ausschließlich in burmesischer Sprache.

Das Gem Museum (Edelsteinmuseum)

Der Bergbau ist einer der größten Wirtschaftszweige in Myanmar. Das Land ist bekannt für die vielen seltenen und schönen Steine, die es exportiert, insbesondere Jade. Das Gem (englisch für Edelsteine) Museum stellt diese (Edel-)Steine aus. Der Eintrittspreis ist relativ hoch, aber dafür ist das Museum sehr groß. Die Mitarbeiter/-innen sind in der Regel sehr hilfsbereit und bereit, ausführliche Erläuterungen zur Geschichte der verschiedenen Steinarten zu geben. Bitte beachten Sie, dass es nicht erlaubt ist, die Steine zu fotografieren.

20 Lane Highway - leere Autobahn mit 10 Spuren in jeder Richtung

Touristen, die bereits einmal in Myanmar waren, haben wahrscheinlich schon davon gehört; der vielspurige, ausgestorbene Lane Highway. Wenn es eine Besonderheit gibt, die Naypyidaw gut repräsentiert, dann ist es diese. Es ist eine riesige Autobahn mit teilweise bis zu 10 Spuren in jede Richtung. Trotzdem fahren hier kaum Autos. Der Weg ist fast vollständig menschenleer, was zur Folge hat, dass Reisende hier ruhig Radfahren oder sogar zu Fuß gehen können.

Waterfountain Garden - Springbrunnenpark

Im Zentrum von Naypyidaw sehen Sie diese schönen Springbrunnen. Am Abend gehen die Lichter in den Springbrunnen an und sorgen für ein wunderschönes Lichtspiel. Im Waterfountain Garden sind auch einige kleine Spielplätze für Kinder. Dieser Ort ist perfekt, um Einheimischen zu begegnen, da Familien hier oft zum Picknicken hingehen. Den ganzen Tag lang ertönt (manchmal laute) Musik aus den Lautsprechern zwischen den Bäumen und wenn es dunkel wird und die Lichter angehen, fangen viele Menschen an zu tanzen. Für Touristen ist es ein schönes und beeindruckendes Erlebnis.

Vergessen Sie das Visum nicht, wenn Sie Naypyidaw besuchen

Naypyidaw ist schwieriger zu erreichen als Rangun. Obwohl es die Hauptstadt von Myanmar ist, gibt keinen Flughafen. Sie können von jeder größeren Stadt Myanmars aus mit dem Bus nach Naypyidaw reisen. Am einfachsten regeln Sie online ein Busticket, aber Sie können auch an der Rezeption des Hotels, in dem Sie übernachten, eine Busfahrkarte kaufen. Bitte beachten Sie, dass es in Naypyidaw praktisch keine öffentlichen Verkehrsmittel gibt. Das bedeutet, dass die letzten Kilometer mit dem Taxi zurückgelegt werden müssen. Es ist ratsam, die Route zu Hotels oder Orten, die Sie sehen wollen, im Voraus in Apps wie z. B. Google Maps zu suchen und zu speichern. Es kommt vor, dass selbst Taxifahrer nicht wissen, wo sich ein bestimmtes Hotel in Naypyidaw befindet.

In Myanmar gilt eine Visumpflicht für ausländische Touristen. Das bedeutet, dass Reisende bereits vor dem Einsteigen in das Flugzeug ein Visum für Myanmar haben müssen. Das Visum wird online beantragt und auch digital ausgefertigt. Ein Besuch beim Konsulat ist nicht erforderlich. Sobald das Online-Antragsformular ausgefüllt und das Visum genehmigt ist, wird es per E-Mail versandt. Das Visum muss dann nur noch ausgedruckt und auf die Reise mitgenommen werden.

Bitte beachten Sie: Dieser Artikel aus unserer Rubrik „Aktuelles“ über das Visum für Myanmar ist bereits älter als ein Jahr. Möglicherweise enthält er veraltete Informationen und Ratschläge, daher können wir für den Inhalt dieses Artikels keine Gewährleistung mehr bieten. Verreisen Sie demnächst und möchten Sie wissen, welche Regeln derzeit gelten? Lesen Sie dann alle aktuellen Informationen über das Visum für Myanmar.