Artikel aus der Rubrik „Aktuell“ | | 17.06.2022 | ±2 Minuten Lesezeit

Seit dem 17. April 2022 sind Touristen mit einem Visum Myanmar wieder im Land willkommen, aber Behörden in aller Welt warnen Touristen weiterhin davor, nach Myanmar zu reisen. Im Februar 2021 fand ein Staatsstreich statt, der in einer Machtübernahme durch das Militär endete. Seitdem wurde das Land immer wieder von Gewalt gegen friedliche Proteste erschüttert und ist die Wirtschaft des Landes völlig eingestürzt.

Die Lage in Myanmar

Die Lage für die Einwohner Myanmars ist besorgniserregend. Sie werden stark von der Militärregierung unterdrückt und es kommt regelmäßig zu Menschenrechtsverletzungen. Es kommt zu Entführungen und die Armee verübt Morde. Sogar Nahrungsmittel und Strom sind kaum verfügbar.

Myanmar wird in der Realität bereits seit Jahrzehnten von der Armee, oder der Junta, kontrolliert. Von Demokratie konnte niemals die Rede sein und die Bürger wurden seit Jahren mit harter Hand geleitet. Während der ersten Protesten, bei denen Birmanen mehr Demokratie forderten, wurden mehr als 3000 Personen ermordet und noch mehr Menschen sind verschwunden. Immer wieder, wenn die Junta bei Wahlen verloren hat, wurde das Ergebnis nicht angesehen und führte das zu keinerlei Änderungen im Land. Eine wichtige Person während der Proteste in 1988 war Aung San Suu Kyi. Ihre Partei, die National League for Democracy (NLD) gewann 1990 die Wahlen, woraufhin Aung San Suu Kyi von der Junta unter Hausarrest gestellt wurde. Sie wurde erst 2010 freigesprochen und machte mit ihrer Partei Teil der Regierung aus, aber im Hintergrund lag die Macht immer bei der Junta.

Es ist offensichtlich, dass die birmanische Bevölkerung in einer Demokratie leben möchte. Bei den Wahlen 2020 stimmte der Großteil der Bevölkerung für die NLD, woraufhin sie von der Junta der Wahlmanipulation beschuldigt wurde. Die Junta hatte Angst, die Macht im Land vollständig zu verlieren und so kam es 2021 zum Staatsstreich. Myanmar war wieder zurück am Anfang.

Die neue Generation

In den 10 Jahren im Anlauf an den Staatsstreich blühte eine neue Generation in einem freieren, demokratischeren Myanmar auf. Die jungen Menschen dieser Generation möchten ihre gewonnenen Freiheiten nicht aufgeben und kämpfen hart gegen die Armee. Sie veranstalten regelmäßig friedliche Proteste, die von der Junta gewalttätig aufgelöst werden. Laut Amnesty International sind seit Februar 2021 bereits knapp 2000 Personen ums Leben gekommen und gut 13.000 sitzen im Gefängnis.

Keine positiven Aussichten

Im Moment ist noch keine Verbesserung für die Einwohner Myanmars in Sicht. Der 5-Punkteplan, der nach dem Staatsstreich durch ASEAN (Association of Southeast Asian Nations) für Myanmar aufgestellt wurde, war auch nicht erfolgreich darin, die Gewalt gegen Zivilisten zu beenden. In diesem Plan standen unter anderem Vereinbarungen, dass die Gewalt in Myanmar sofort beendet und dass nach einer friedlichen Lösung im Interesse der Bevölkerung gesucht werden müsse.

Trotz der lebensgefährlichen Situation im Land bleiben die Einwohner Myanmars friedlich demonstrieren. Die Gewalt und das unmenschliche Verhalten der Junta sorgen dafür, dass Myanmar absolut unsicher für Touristen ist. Touristen würden laut der Behörden außerhalb Myanmars keinen positiven Beitrag an die Wirtschaft liefern, sondern es würden lediglich die Machthabenden profitieren. Es ist also abzuwarten, wann Touristen wieder sicher nach Myanmar reisen können.