Artikel aus der Rubrik „Aktuell“ | | 20.10.2021 | ±4 Minuten Lesezeit

Vietnam plant ein Experiment mit dem Einlass von Touristen. Sie dürfen vorübergehend zur Ferieninsel Phu Quoc reisen. Das Visum Vietnam ist auch auf Phu Quoc gültig.

Vietnam wurde von der Deltavariante des Corona schwer getroffen

Nach mehr als einem Jahr mit sehr niedrigen Infektions- und Sterberaten aufgrund von Corona wurde Vietnam in diesem Frühjahr von einem Ausbruch der Deltavariante des Virus schwer getroffen. In Vietnam gab es plötzlich Tausende Neuinfektionen pro Tag und Hunderte von Todesfällen durch Corona. Diese Situation wurde durch die niedrige Durchimpfungsrate im Lande noch weiter erschwert. Die vietnamesische Regierung fühlte sich gezwungen, sehr strenge Maßnahmen zu ergreifen. So war zum Beispiel die größte Stadt Vietnams, Ho-Chi-Minh-Stadt, bis vor kurzem noch in einem besonders strengen Lockdown. Die Bewohner durften nicht einmal zum Einkaufen ihre Häuser verlassen. Diese wurden ihnen von der Armee nach Hause geliefert.

Obwohl die Durchimpfungsrate immer noch niedrig ist, sinkt heutzutage die Zahl der Coronainfektionen im Land langsam wieder. Zur Unterstützung des angeschlagenen Tourismussektors hat die vietnamesische Regierung angekündigt, Vietnam schrittweise wieder für den Tourismus zu öffnen. Im November möchte Vietnam die Insel Phu Quoc wieder für Touristen öffnen. Am Anfang werden 2.000 bis 3.000 Besucher pro Monat auf der Insel zugelassen werden. Wenn das Experiment gut verläuft, wird diese Zahl auf 5.000 bis 10.000 erhöht werden.

Wieso Phu Quoc?

Phu Quoc liegt südwestlich von Vietnam und direkt südlich von Kambodscha. Die Insel ist unter dem Namen Perleninsel bekannt und sie ist ein beliebtes Urlaubsziel für Expats, die in Ho-Chi-Minh-Stadt leben. Es ist nicht verwunderlich, dass die vietnamesische Regierung diesen Zeitraum, für die touristische Eröffnung Phu Quoc, gewählt hat. Von November bis März ist die Trockenzeit auf Phu Quoc und während dieser Zeit ist die Besucherzahl auf der Insel am höchsten. Auf der Insel gibt es zahlreiche Resorts, Hotels, Cafés und Bars. Mehr als 70 % der Inseloberfläche ist jedoch bewaldet. Dies macht Phu Quoc auch zu einem hervorragenden Reiseziel für Naturliebhaber, die gerne wandern.

Unterschiedliche Visavoraussetzungen

Für Phu Quoc gelten andere Visabedingungen als für Vietnam. Reisende, die direkt zum Flughafen Phu Quoc fliegen, benötigen kein Visum Vietnam. Dies gilt für Aufenthalte bis zu 30 Tagen. Das bedeutet also, dass Sie nicht erst irgendwo anders in Vietnam landen und dann nach Phu Quoc reisen können. Ihr Reisepass muss bei der Ankunft auf Phu Quoc noch mindestens 6 Monate gültig sein.

Wenn Sie doch ein Visum Vietnam benötigen

Wenn Sie aus irgendeinem Grund die oben genannten Bedingungen nicht erfüllen können, müssen Sie für Ihre Reise ein Visum Vietnam beantragen. Das Visum kann online beantragt werden. Sie füllen das digitale Formular aus und begleichen dann die Kosten. Sie werden anschließend aufgefordert, die erforderlichen Dokumente hochzuladen. Nach der Genehmigung wird Ihnen das Visum im Durchschnitt innerhalb einer Woche per E-Mail zugeschickt.

Aktivitäten auf Phu Quoc

Auf Phu Quoc gibt es für jeden etwas. Phu Quoc ist vor allem als Resortinsel bekannt. Viele Resorts befinden sich in der Nähe des Ong Lang Beach, einem der schönsten und bekanntesten Strände auf Phu Quoc. Außer den Resorts findet man hier auch viele verschiedene Restaurants und Cafés. Der Ong Lang Beach ist besonders abends, wenn man den Sonnenuntergang auf der Insel erleben kann, beliebt.

Von November bis Mai ist das Wasser um Phu Quoc kristallklar und daher ideal zum Tauchen und Schnorcheln. Der beliebteste Tauchort ist Ong Lang Beach, denn die meisten Resorts bieten ihre eigenen Tauchprogramme und Ausrüstungen an. Wem es aber nichts ausmacht, sich ein Stückchen von den Resorts zu entfernen, der findet die besten Tauchplätze auf Turtle Island und der Insel An Thoi. Beide Orte können mit dem Boot von Phu Quoc aus erreicht werden.

Je weiter man sich von den Urlaubsorten entfernt, desto unbewohnter wird die Umgebung. Auf dem größten Teil von Phu Quoc findet man kaum Verkehr auf der Straße. Die weitläufige Wildnis außerhalb des Stadtzentrums kann man mit einem Mietmotorrad oder einem Auto erkunden. Besonders die Hügel im Norden sind voller Natur. In diesen Hügeln befinden sich auch Pfefferplantagen, z. B. in Khu Tuong, wo Führungen angeboten werden, damit man die Plantagen näher betrachten kann.

Voraussetzungen für Reisende

Nicht jeder darf einfach nach Vietnam reisen. Da der Ausbruch der Deltavariante des Corona noch frisch in Erinnerung ist, hat die vietnamesische Regierung strenge Bedingungen für die Besucher von Phu Quoc im November festgelegt. Wie bereits erwähnt, wird nur eine begrenzte Anzahl von Reisenden zugelassen. Nur Touristen auf Charterflügen dürfen einreisen. Kommerzielle Flüge sind in Vietnam noch nicht erlaubt. Reisende müssen vollständig geimpft sein. Die zweite Dosis muss mindestens 14 Tage, aber nicht mehr als 12 Monate vor der Einreise verabreicht worden sein. Außerdem muss man ein negatives Testergebnis eines Tests, der nicht länger als 72 Stunden vor der Abreise gemacht wurde, vorweisen können.

Theoretisch kann ein Visum Vietnam beantragt werden, jedoch werden die Visumanträge erst nach der Aufhebung des Einreiseverbots bearbeitet. Für die Beantragung eines Visums müssen einige Bedingungen erfüllt werden, wie z. B. ein Reisepass, der noch 30 Tage nach Ablauf des Visums gültig sein muss und man muss bereits mindestens eine Übernachtung in Vietnam gebucht haben.