Artikel aus der Rubrik „Aktuell“ | | 04.04.2022 | ±3 Minuten Lesezeit

Die Junta, die Militärregierung Myanmars, hat angekündigt, dass das Land ab dem 17. April wieder internationale Flüge in das Land zulassen wird. Das E-Visum für Geschäftsreisen kann bereits ab dem 1. April wieder beantragt werden.

Langfristige Grenzschließung

Die Grenzen Myanmars sind mittlerweile bereist mehr als zwei Jahre für internationale Reisende geschlossen, in Folge der Coronapandemie. Nur für eine begrenzte Gruppe Reisender wird eine Ausnahme gemacht, etwa Einwohner Myanmars, die nach Hause zurückkehren. Es ist noch nicht deutlich, wie schlimm der Coronaausbruch in Myanmar gewesen ist. Wie in anderen Länder auch, kam es in Myanmar zu mehreren Infektionswellen, wovon die schlimmste im Sommer 2021 stattfand. Seitdem sind die Infektionszahlen stark rückläufig. Für unterschiedliche Regionen in Myanmar gilt jedoch, dass es schwierig ist, eine genaue Anzahl an Infektionen und Todesfälle durch Corona festzustellen. Das betrifft vor allem die Grenzgebiete im Norden und Westen, etwa die Staaten Kachin und Rakhaing.

Die langfristige Grenzschließung ist auch eine Folge des Coups im Februar 2021. Seit der Machtübernahme kämpft die Militärregierung gegen lokale Gruppierungen, die die Demokratie im Land wiederherstellen möchten, was mit viel Gewalt einhergeht.

Grenzöffnung am 17. April

Trotz der Unruhe im Land findet die Regierung, dass es Zeit ist, die Grenzen für Touristen und Geschäftsreisende wiederzueröffnen. Ab dem 17. April werden internationale Flüge nach Myanmar wieder willkommen geheißen. Laut der Junta sind die Coronazahlen in den vergangenen Monaten stark rückläufig, unter anderem aufgrund der hohen Impfquote: Im 55 Millionen Einwohner zählenden Land sind mittlerweile 47 Millionen Impfungen verabreicht worden. Die Ankündigung der Militärregierung ist unter anderem dem Erfolg des Myancopharm Impfstoffes zu verdanken, das lokal, in Zusammenarbeit mit China, produziert wird.

Vor dem Coronaausbruch war der Tourismus ein wichtiger Pfeiler der myanmarischen Wirtschaft. Die Militärregierung erhofft sich im Laufe des Jahres eine Erholung des Tourismus. Das ist schwer nötig, da viele Investoren sich aufgrund der Machtübernahme aus Myanmar zurückgezogen haben, wodurch die wirtschaftliche Lage im Land verschlechtert ist.

Visum-Vorschriften noch unklar

Es herrscht noch viel Unklarheit über die Ankündigung der Regierung. Was bereits feststeht ist, dass Reisende in jedem Fall vollständig geimpft sein müssen, um nach Myanmar reisen zu dürfen, aber es ist noch nicht klar, was genau Myanmar unter “vollständige Impfung” versteht. Laut der gegenwärtigen Vorschriften müssen Reisende vor der Abreise einen PCR-Test machen und nach der Ankunft in Myanmar sieben Tage in häusliche Quarantäne. Während dieses Zeitraums müssen noch zwei Tests abgenommen werden und nur wenn beide Tests negativ sind, darf man die Quarantäne wieder verlassen.

Das E-Visum für Geschäftsreisen kann bereits seit dem 1. April wieder beantragt werden. Es ist jedoch noch unklar, ob und wann das E-Visum für Touristen wieder beantragt werden kann. Außerdem ist noch unklar, ob es möglich sein wird, bei der Ankunft am Flughafen von Myanmar noch ein Visum zu erhalten (Visum on Arrival). Die Militärregierung hat keine Änderungen in Bezug auf das Touristenvisum angekündigt. Laut der heutigen Visumvoraussetzungen darf man sich mit einem E-Visum für den Tourismus für höchstens 28 Tage in Myanmar aufhalten. Das Visum darf für eine Reise nach Myanmar verwendet werden. Für weitere Reisen muss jeweils ein neues Visum beantragt werden.

Fluggesellschaften zurückhaltend

Die Militärregierung hat auch noch nicht mitgeteilt, welche Fluggesellschaften Flüge in das Land anbieten werden. Derzeit fliegt nur Myanmar Airways International vom und zum internationalen Flughafen Rangun. Als das benachbarte Vietnam im Februar ankündigte, seine Grenzen für Touristen wieder zu öffnen, kam es zu einem enormen Anstieg der Buchungen für internationale Flüge in das Land. Für Myanmar ist dies noch nicht der Fall. Auf den Websites der meisten Fluggesellschaften ist es noch nicht möglich, einen Flug nach Myanmar zu buchen. Auch das Auswärtige Amt rät Einwohnern Deutschlands, nicht nach Myanmar zu reisen. Solange die Unruhen im Land anhalten, bleibt abzuwarten, wie viele Touristen nach der Öffnung der Grenzen in das Land reisen werden.