Artikel aus der Rubrik „Aktuell“ | | 02.11.2021 | ±3 Minuten Lesezeit

Nach einem sehr turbulenten Jahr hat die derzeitige Regierung Myanmars ihre Pläne, mit denen der internationale Tourismus wieder in Gang kommen muss, angekündigt. Derzeit benötigen westliche Reisende ein Visum für die Einreise nach Myanmar.

Turbulentes Jahr für Myanmar

Wie die meisten Länder der Welt hat auch Myanmar mit dem Coronavirus zu kämpfen. Das Land leidet unter den Folgen des rezenten Ausbruchs der Deltavariante im letzten Sommer. Myanmars Gesundheitssystem war schon vor der Coronapandemie nicht in dem besten Zustand und die Pandemie hat die Situation nur noch verschlimmert. Die Gesamtzahl der Infektionen in Myanmar beträgt 490.008, was zu 18.416 Todesfällen führte. Es wird jedoch befürchtet, dass die Behörden nicht in der Lage sind, alle Coronafälle im Lande ordnungsgemäß zu registrieren, was zu einer zu geringen Zahl von Meldungen führt. Vor allem in den Grenzregionen ist das Gesundheitssystem mangelhaft.

Im Gegensatz zu anderen Ländern hat Myanmar auch mit einem anderen Problem zu kämpfen, nämlich mit dem jüngsten Putsch. Am 1. Februar 2021 wurde die demokratisch gewählte Aung San Suu Kyi von der Armee unter Führung von General Min Aung Hlaing abgesetzt. Die darauf folgenden Proteste führten in vielen Teilen des Landes zu Chaos. In Teilen von Mandalay und Yangon wurden zu einem Lockdown beschlossen und die Behörde von Myanmar rief in mehreren Gebieten das Kriegsrecht aus. Die Proteste haben inzwischen an Intensität abgenommen, aber es kommt immer noch regelmäßig zu Konfrontationen zwischen der Armee und Protestgruppen.

Myanmar möchte Anfang 2022 wiedereröffnen

Offiziellen Angaben zufolge sinkt die Zahl der Coronainfektionen und Todesfälle in Myanmar sehr schnell. Am Dienstag, dem 19. Oktober, wurden in den letzten 24 Stunden 1133 neue Coronainfizierungen gemeldet. Das ist wesentlich weniger als auf dem Höhepunkt des Ausbruchs der Deltavariante im Juli, als durchschnittlich mehr als 5.000 Infektionen pro Tag gemeldet wurden. Unter anderem deshalb und weil sich die Sicherheitslage im Land nach Angaben der Regierung deutlich verbessert hat, ist die Regierung Myanmars der Meinung, dass die Zeit für eine Öffnung des Landes für den Tourismus jetzt reif ist. Myanmar hat seine Coronapolitik im Inland bereits gelockert. So ist beispielsweise der Reiseverkehr zwischen den Provinzen wieder erlaubt und die Lockdowns wurden in vielen Gebieten aufgehoben.

Zunächst wird Myanmar sich auf Reisende aus anderen asiatischen Ländern, wie den Nachbarländern Thailand und Laos, konzentrieren. Man hofft, dass insbesondere der Tourismus aus China stark anziehen wird. Myanmars Minister für Hotels und Tourismus, Htay Aung, erklärte, die Regierung schließe derzeit Reiseabkommen mit den Nachbarländern ab. Diese werden das Reisen zwischen diesen Ländern ab 2022 erheblich erleichtern. Die Wiedereröffnung wird in mehreren Phasen stattfinden. Myanmar hofft, in der ersten Phase ungefähr 300.000 ausländische Touristen zu empfangen. Diese Zahl wird langsam erhöht.

Myanmar für westliche Touristen

Die Pläne der Regierung von Myanmar sind fast ausschließlich auf den asiatischen Markt ausgerichtet. Die Behörde hat noch nicht viele Informationen über die Reisemöglichkeiten für westliche Touristen bekannt gegeben. Vor Reisen nach Myanmar wird derzeit von dem auswäritgen Amt gewarnt. Der Farbcode für Myanmar ist teilweise rot und teilweise orange. Insbesondere die östlichen Grenzgebiete gelten als unsicher.

Derzeit ist für eine Reise nach Myanmar ein Visum erforderlich. Das Visum Myanmar wird online beantragt und anschließend per E-Mail verschickt. Ob es Änderungen bei der Visumspflicht für Myanmar geben wird, ist noch nicht bekannt. Indien hat zum Beispiel bereits weitreichende Änderungen an den Visabestimmungen für Touristen durchgeführt. Die Regierung von Myanmar hat jedoch noch keine Informationen zu diesem Thema veröffentlicht.