Artikel aus der Rubrik „Aktuell“ | | 18.01.2022 | ±3 Minuten Lesezeit

Die vietnamesischen Behörden haben angekündigt, Visa von gestrandeten Ausländern in Vietnam nicht mehr automatisch zu verlängern.

Automatische Verlängerung von Visa wegen Corona

Aufgrund des Ausbruches der weltweiten Coronapandemie war es für viele Reisende im Ausland lange Zeit schwierig oder sogar unmöglich, wieder zurück nach Hause zu fliegen. Viele Länder stellten den kommerziellen Flugbetrieb ein und auch Rückführungsflüge waren nicht in allen Fällen verfügbar. Folglich bekamen Reisende Probleme mit der Gültigkeitsdauer ihrer Visa. Das elektronische Visum für Vietnam ist z. B. nur 30 Tage lang gültig. Die vietnamesischen Behörden beschlossen gestrandeten Visuminhabern entgegenzukommen, indem sie die Gültigkeitsdauer des Visums automatisch verlängerten, solange diese Personen nicht in der Lage waren, das Land zu verlassen. Diese Regelung trat am 1. März 2020 in Kraft und galt für alle Arten von Touristenvisa.

Wiederaufnahme kommerzieller Flüge

Diese Regelung läuft nun aus. Für alle Touristenvisa gilt wieder die normale Gültigkeitsdauer seit der letzten Verlängerung. Nach dessen Ablauf muss die Person Vietnam wieder verlassen. Die vietnamesische Regierung teilte mit, dass der kommerzielle Flugbetrieb wieder aufgenommen werde, wodurch Ausländer das Land ausreisen können. Seit dem 1. Januar finden wieder internationale Flüge zwischen Vietnam und verschiedenen Städten weltweit statt, darunter Paris und Frankfurt. Hiermit strebt Vietnam die Wiederbelebung des Tourismussektors an. Das Land stellt auch wieder Visa aus, wie z. B. das digitale E-Visum für Vietnam, das vollständig online beantragt werden kann. Visumfreies Reisen nach Vietnam ist vorübergehend nicht mehr möglich, weshalb Reisende aus u. a. Deutschland und dem Vereinigten Königreich derzeit auch ein Visum beantragen müssen.

Kritik an den Einreiseregeln für Vietnam

Auch wenn Vietnam den kommerziellen Flugbetrieb wieder aufgenommen hat, ist die Anzahl der Reisenden noch zu übersehen. Zwischen dem 1. und dem 7. Januar fanden 64 internationale Flüge nach Vietnam statt, die insgesamt fast 8.000 Passagiere nach Vietnam brachten. Nur 18 dieser Flüge waren kommerziell und der Rest gechartert. Laut Unternehmen im Tourismussektor liegt dies an den teilweise strengen Einreisebedingungen, die Vietnam an internationale Reisende stellt. Der Hauptkritikpunkt ist, dass diese Prozesse manchmal unnötig kompliziert sind. Reisende müssen nämlich ihre Gesundheitsinformationen in einer bestimmten App hochladen und ihre Reisedaten in einer anderen App angeben. Darüber hinaus haben verschiedene Regionen Vietnams unterschiedliche Regelungen. Sowohl Ho-Chi-Minh-Stadt als auch Hanoi haben ihre eigenen Apps, die Reisende benutzen müssen. Vor allem die Fluggesellschaften in Vietnam probieren die Regierung zu überzeugen, eine zentrale App zu entwickeln, worin alle Daten verarbeitet werden, sodass Reisende besser den Überblick behalten können.

Ein weiteres Problem sind die Quarantäneregeln. Momentan müssen Reisende, die nicht (vollständig) geimpft sein, beweisen können, dass sie sich bei der Ankunft in Vietnam sieben Tage in häusliche Quarantäne begeben können. Wenn sie dies nicht beweisen können, dann müssen Reisende zwingend ein Quarantänehotel buchen, das von der vietnamesischen Regierung genehmigt werden muss. Diese Regelung gilt für alle Reisenden, ungeachtet deren Alter oder Staatsangehörigkeit. Nach Angaben der Civil Aviation Authority of Vietnam (CAAV), die alle Flüge des Landes überwacht, kommen viele der internationalen Reisenden aus Vietnam, wollen also zurück in ihre Heimat reisen. Auch sie müssen sich an die geltenden Quarantäneregeln halten. Die CAAV schlägt vor, staatlich genehmigte Quarantänehotels online aufzulisten, sodass Reisende keine Genehmigung bei den Behörden beantragen müssen. Dies würde sowohl den Reisenden, als auch den Behörden eine Menge Zeit und Arbeit sparen.