Artikel aus der Rubrik „Aktuell“ | | 12.01.2024 | ±5 Minuten Lesezeit

Im Frühling des Jahres 2023 erhielt Kanada etwa 865.000 Anträge für Studentenvisa. Fast die Hälfte dieser Visumanträge wurden abgelehnt, obwohl die Antragsstellenden bereits von einer Hochschule oder Universität angenommen waren. Sowohl die Bildungseinrichtungen als auch die Ausländerbehörden stehen in der Kritik. Die kanadische Regierung hat sich dazu entschlossen, die Voraussetzungen für die Beantragung eines Studentenvisums zu verschärfen.

Wachstum in der Anzahl ausländischer Studierender

2023 befanden sich knapp 900.000 internationale Studierende in Kanada. Das entspricht einer Verdreifachung der Anzahl internationaler Studierender im Jahr 2013. Diese Studierenden sind allesamt mit einem Studentenvisum eingereist. Neben der hohen Bildungsqualität in Kanada ist der Anstieg auch auf wirtschaftliche und politische Faktoren zurückzuführen. So sind die durchschnittlichen Studiengebühren in Kanada etwas niedriger als z. B. in den USA. Außerdem dürfen internationale Studierende in Kanada einen Nebenjob neben dem Studium haben. Letzteres scheint in den vergangenen Jahren vermehrt missbraucht worden zu sein. In den kanadischen Medien wird nämlich bereits seit Längerem über Personen gesprochen, die mit einem Studentenvisum nach Kanada einreisen und dort anschließend Vollzeit arbeiten, anstatt zu studieren.

Rolle der kanadischen Bildungseinrichtungen

Kanadische Bildungseinrichtungen werden von der Regierung stimuliert, Studierende aus dem Ausland anzuwerben. Kanada möchte nämlich in den nächsten Jahren mehr qualifizierte Migranten anlocken. Außerdem dürfen kanadische Bildungseinrichtungen für internationale Studierende höhere Studiengebühren berechnen, weshalb es sich für die Bildungseinrichtungen lohnt, viele Studierende aus dem Ausland anzunehmen. Im Laufe der Jahre ist dadurch ein System entstanden, in dem Organisationen Studierende im Ausland für kanadische Universitäten und Hochschulen anwerben. Diese Organisationen arbeiten in der Regel eine Provision pro Anmeldung erhalten. Das Ziel dieser Organisationen ist folgerichtig, eine möglichst hohe Anzahl an Anmeldungen zu erreichen. Dabei würden die Voraussetzungen für den Antrag eines Studentenvisums jedoch nicht (ausreichend) erläutert.

Hohe Anzahl abgelehnter Visumanträge

Das Wachstum in der Anzahl an Anträgen für Studentenvisa erhöht die Auslastung bei den kanadischen Botschaften und Ausländerbehörden. Außerdem teilten die Behörden zuletzt mit, dass die Qualität der eingereichten Anträge für Studentenvisa schlechter als je zuvor ist. Es kann daher nicht als überraschend bezeichnet werden, dass etwa 46 % aller Anträge, die im Frühling des Jahres 2023 eingereicht wurden, abgelehnt wurden. Es handelt sich hierbei ausschließlich um Anträge von Personen, die bereits für ein Studienprogramm in Kanada akzeptiert wurden. Die Ausländerbehörden haben mitgeteilt, dass die Anträge aus unterschiedlichen Gründen abgelehnt wurden, aber dass insbesondere die finanziellen Voraussetzungen häufig Probleme verursachten. Viele Antragsstellenden haben nicht nachweisen können, über ausreichende Mittel zu verfügen, um Ihr Studium und Ihren Aufenthalt finanzieren zu können.

Ausländerbehörden in der Kritik

Ein auffällig hoher Prozentsatz der abgelehnten Visumanträge stammt von Antragstellenden aus Ländern in Afrika und dem Nahen Osten. Über 60 % aller Anträge auf Studentenvisa, die in afrikanischen Ländern eingereicht wurden, wurden abgelehnt. Dieser Prozentsatz liegt in bestimmten Ländern des Nahen Ostens, wie Jemen, Syrien oder im Irak, noch höher. Im Gegensatz dazu wurden fast alle Anträge aus westlichen Ländern und Ländern wie Japan und China genehmigt.

Den kanadischen Ausländerbehörden wird bereits seit einiger Zeit Diskriminierung bei der Beurteilung von Visumanträgen vorgeworfen. Eine externe Untersuchung aus 2022 unterstützt diesen Vorwurf. Die Schlussfolgerung der Untersuchung war, dass Diskrimination innerhalb der Ausländerbehörden vorkomme und die Ausländerbehörden Antragstellende aus bestimmten Ländern, insbesondere in Afrika, als nicht vertrauenswürdig einstufe. Die Ausländerbehörden teilten daraufhin mit, dass sie alle Visumanträge objektiv beurteilen, aber die Anschuldigungen ernst nehmen und sich dafür einsetzen, jegliche Formen von Rassismus und Diskriminierung aus der Organisation zu verbannen.

Bildungseinrichtungen in der Kritik

Seit Ende 2023 stehen auch die Universitäten und Hochschulen in der Kritik. Die Politik beschuldigt die Bildungseinrichtungen nämlich davon, zu probieren, möglichst viele internationale Studierende anzulocken, ohne ausreichend zu prüfen, ob die Personen überhaupt für ein Studium in Kanada geeignet sind. Interessierte Studierende würden nicht ausreichend über die Voraussetzungen informiert, die sie erfüllen müssen, um für ein Studentenvisum infrage zu kommen. Der Politik zufolge müssten die Bildungseinrichtungen in dieser Hinsicht Verantwortung übernehmen, um unter anderem die Bildungsqualität zu sichern. Das Problem würde insbesondere bei den Hochschulen bestehen, in denen in den vergangenen Jahren eine enorme Internationalisierung stattgefunden hat.

Verschärfung der Voraussetzungen für ein Studentenvisum

Infolge der Diskussion rund um die abgelehnten Studentenvisa hat die kanadische Regierung beschlossen, die Voraussetzungen für die Beantragung eines Studentenvisums zu verschärfen. Seit dem 1. Januar 2024 müssen Antragstellende nachweisen können, dass sie mindestens 20.635 kanadische Dollar (etwa 14.000 EUR) auf ihrem Bankkonto haben, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Dieser Betrag muss zusätzlich zu den Reisekosten nach Kanada und den Studiengebühren zur Verfügung stehen. Vor dem 1. Januar 2024 lag der Mindestbetrag noch bei 10.000 CAD. Außerdem wird die Anzahl der Stunden, die Besitzer/-innen eines Studentenvisums außerhalb des Campus arbeiten dürfen, ab dem 1. Mai 2024 wieder auf höchstens 20 Stunden pro Woche begrenzt. Dieses Limit wurde während der Coronapandemie vorübergehend aufgehoben und bisher nicht wiedereingeführt. Es ist zu erwarten, dass diese Änderungen es für internationale Studierende erschweren werden, ihr Studium in Kanada zu finanzieren.

Studieren mit einer eTA

Europäer/-innen, die an einem Studien- oder Austauschprogramm in Kanada teilnehmen möchten, das höchstens 6 Monate dauert, benötigen in der Regel kein Studentenvisum. In dem Fall reicht eine eTA Kanada zumeist aus. Für einen eTA-Antrag gelten keine konkreten finanziellen Voraussetzungen. Bei der Einreise kann man dennoch gefragt werden, nachzuweisen, dass man über ausreichende finanzielle Mittel für den Aufenthalt in Kanada verfügt. Außerdem gilt für die Einreise mit einer eTA Kanada eine Reihe weiterer Voraussetzungen.

VisumBeantragen.at ist eine kommerzielle und professionelle Visum-Agentur und unterstützt Reisende unter anderem bei der Antragstellung für eine eTA für Kanada. VisumBeantragen.at arbeitet als Vermittler und ist in keiner Weise mit einer Regierungsbehörde verbunden. Sie können auch direkt bei den Ausländerbehörden eine eTA beantragen (7 CAD pro eTA, über onlineservices-servicesenligne.cic.gc.ca), aber dabei erhalten Sie keine deutschsprachige Unterstützung. Wenn Sie Ihren Antrag auf VisumBeantragen.at einreichen, steht unser Kundendienst Ihnen rund um die Uhr zur Verfügung. Darüber hinaus prüfen wir Ihren Antrag, bevor wir ihn bei den Ausländerbehörden einreichen. Sollten wir mögliche Fehler oder Unvollständigkeiten entdecken, setzen wir uns sofort mit Ihnen in Verbindung, um sicherzustellen, dass Ihr Antrag dennoch schnell und korrekt verarbeitet wird. Um unsere Dienste zu nutzen, zahlen Sie 7 CAD an Konsulatsgebühren, die wir in Ihrem Namen an die Ausländerbehörden zahlen, sowie 25,19 € an Servicekosten für unsere Vermittlung, einschließlich MwSt. Durch unsere Dienstleistungen sind schon vielen Reisenden große Probleme erspart geblieben. Sollte ein Antrag trotz unserer Unterstützung und Kontrolle abgelehnt werden, erstatten wir die vollständigen Kosten, die für den Antrag berechnet wurden (außer wenn für diese/-n Reisende/-n früher schon einmal ein Antrag auf eine eTA Kanada abgelehnt wurde). Hier erfahren Sie mehr über unsere Dienstleistungen.