Die indische Regierung war eine der ersten, die wegen des Coronavirus (Covid-19) eine Einreisesperre verfügt hat. Dieses Einreiseverbot gilt nach wie vor und hat Folgen für Reisepläne und bereits erteilte Visa für Indien. Lesen Sie auf dieser Seite die aktuelle Coronasituation in Indien und die zu erwartenden Auswirkungen für die nächsten Monate. Letzte Aktualisierung: 10.06.2021.

Aktuelle Corona-Krisensituation in Indien

Die indischen Behörden haben sehr schnell gehandelt und kurz nach dem Corona-Ausbruch außerhalb Chinas ein totales Einreiseverbot auch für Reisende mit einem Visum, verhängt. Unter anderem diese Maßnahmen haben dafür gesorgt, dass die Zahl der Infizierten und der verstorbenen Coronapatienten in Indien am Anfang nur langsam zunahm. In Indien ist jetzt jedoch eine große dritte Infektionswelle erkennbar. Bis zum 9. Juni 2021 wurden 29.182.532 Infektionen und 355.705 Todesfälle verzeichnet. Das Gesundheitssystem Indiens ist überlastet und die Erwartung ist, dass die Zahl der Todesfälle allein schon aus diesem Grund weiter stark ansteigen wird.

Indien hat weitreichende Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus ergriffen, die auch Reisende betreffen, die bereits ein Visum besitzenIndien hat weitreichende Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus ergriffen, die auch Reisende betreffen, die bereits ein Visum besitzen

Deutsche können momentan ein Visum – für zukünftige Reisen - beantragen

Derzeit kann das Antragsformular für ein Visum für Indien auf dieser Website genauso verwendet und ausgefüllt werden, wie sonst auch. Die eingereichten Anträge werden jedoch nicht sofort nach der Antragstellung von den indischen Einwanderungsbehörden überprüft und bearbeitet. Wegen der großen Unsicherheiten werden sie in eine Warteschlange gesetzt und erst bearbeitet, sobald die Ausländerbehörden von Indien wieder E-Visa ausfertigen. Die Ausländerbehörden Indiens erteilen seit Anfang April 2021 zwar wieder E-visa für Geschäftsreisen aber diese Visa können Sie noch nicht auf dieser Website beantragen. Vorläufig gilt auf jeden Fall bis zum 30. Juni, aber wegen der Ausbreitung der ansteckenderen „Delta-Variante“ des Virus möglicherweise noch länger, ein Verbot für kommerzielle Passagierflüge nach Indien, auch wenn in begrenztem Umfang Passagierflüge - für Geschäftsreisende, Diplomaten, indische Staatsangehörige, etc. - ausgeführt werden. Da das E-Visum Indiens ein Jahr lang gültig ist, kann ein Visum bereits jetzt für eine Reise beantragt werden, die später in diesem Jahr oder zu Beginn des nächsten Jahres stattfinden wird, auch wenn die genauen Reisedaten noch nicht feststehen.

Ein bereits vor der Coronakrise ausgestelltes, in Ihrem Reisepass angebrachtes Visum, dessen Gültigkeit noch nicht abgelaufen ist, müssen Sie die Gültigkeit bei der Botschaft bestätigen lassen, bevor Sie es für eine erneute Reise nach Indien verwenden können. Das ist jedoch für Touristenvisa nicht möglich. Mit einem durch die Botschaft ausgestellten Visum können Sie im Prinzip mit dem Flugzeug oder Schiff nach Indien einreisen. Die Straßengrenzübergänge bleiben jedoch - ausgenommen für indische Staatsangehörige - bis auf Weiteres geschlossen.

Für die Einreise mit einem Visum, das im Reisepass angebracht wird oder einem vor kurzem erteilten eBusiness- oder eMedical-Visum gilt die Voraussetzung, dass jede/-r, der/die einreisen darf, vor der Abreise einen negativen PCR-Test, der nicht älter als 72 Stunden sein darf, zusammen mit einem ausgefüllten Self-Declaration-Formular im Air Suvidha Portal / der Website des Flughafens von Neu-Delhi hochladen muss. Bei der Ankunft in Indien wird am Flughafen ein weiterer Covid-19-Test abgenommen, den der/die Reisende selbst bezahlen muss. Jeder indische Bundesstaat hantiert jedoch leicht unterschiedliche Quarantänemaßnahmen für Reisende aus Großbritannien und der EU. So müssen z. B. im Bundesstaat Maharashtra Reisende aus der EU oder Großbritannien nach der Einreise 14 Tage in Quarantäne bleiben. (E-)Medical Visa, die bis vor dem 22. Oktober 2020 erteilt wurden, wurden ungültig erklärt und können daher nicht mehr für eine Reise nach Indien verwendet werden.

Das Antragsformular für das Visum Indien öffnen

Gültigkeit des Visums nach der Corona-Krise

Viele Reisende haben bereits ein Visum für Indien mit einer Gültigkeitsdauer von einem Jahr erhalten, das sie nicht verwenden konnten. Es ist noch unbekannt, ob die indischen Behörden die Gültigkeit dieser Visa verlängert, sodass sie nach dem Ablauf der Corona-Grenzschließungen noch verwendet werden können. Im Moment ist - vor allem im Zusammenhang mit den zunehmenden Coronainfektionen sowohl in Indien als auch in Europa - nicht abzuschätzen, wann die Grenzschließungen wieder aufgehoben werden.

Weitere Entwicklung der Corona- und Reise-Situation in Indien

Die indische Regierung hat zwar sehr schnell ein Einreiseverbot verhängte, aber ist weniger schnell mit der Weitergabe von Informationen über die zu erwartenden Maßnahmen in der nahen Zukunft. Es ist noch nicht bekannt, wann Visa für Indien wieder für die Einreise verwendet werden können. Es ist für Ausländer/-innen auf jeden Fall bis zum 30. Juni nicht möglich um als Tourist/-in oder mit einem eMedical-Visum nach Indien zu reisen und am 24. April haben die deutschen Behörden Indien zum Virusvariantengebiet erklärt, woduchch auch die Einreise aus Indien nur noch in Ausnahmefällen erlaubt ist. Im Prinzip besteht daher en Beförderungsverbot für Personen, die von Indien nach Deutschland reisen wollen. Personen, die über eine OCI-(Overseas Citizens of India)-Karte oder eine PIO-Karte (Persons of Indian Origin) verfügen, können jedoch sehr wohl (ohne Visum) nach Indien reisen.

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Europäische Reisende, die sich noch in Indien befinden

Die europäischen Regierungen empfehlen ihren Staatsangehörigen aufgrund der Überlastung des indischen Gesundheitssystems, in ihr Heimatland zurückzukehren, so lange das indische Gesundheitswesen so überlastet ist, vor allem wenn die betreffende Person noch nicht gegen Covid-19 geimpft ist. Da die dritte Infektionswelle jetzt etwas zurückgeht, werden die strengen Maßnahmen in vielen Städten und Regionen wieder etwas gelockert. In der Hauptstadt Delhi dürfen jetzt wieder mehr Passagiere mit der Metro befördert werden und sind Mörkte und Einkaufszentren (zumindest einige Stunden am Tag) wieder geöffnet. Es bleibt jedoch noch so, dass an stark frequentierten Plátzen verpflichtende öffentliche Gesundheitstests (Corona-Schnelltests) ausgeführt werden.

Die Verweigerung des Tests und die Nichteinhaltung anderer Corona-Maßnahmen wird als Straftat gesehen und mit Geldstrafen oder sogar mit Haft geahndet. In ganz Indien ist die Verwendung eines Mundschutzes in öffentlichen Räumen und auch in Autos verpflichtet und gilt für größere Gruppen ein Versammlungsverbot. Befolgen Sie zusätzlich zu den Regeln der indischen Behörden auch die von der deutschen Regierung festgelegten Regeln für Personen, die in Deutschland (Österreich / Schweiz) leben. Dazu gehören einen Minimum-Abstand zu anderen Personen einzuhalten, soziale Kontakte zu vermeiden und regelmäßig die Hände zu waschen (mindestens 20 Sekunden). Sollte die Gültigkeit Ihres Visums innerhalb kurzer Zeit enden und Sie Indien wegen der Reisebeschränkungen nicht verlassen können, können Sie online, auf der Website einer FRO-/FRRO-Agentur (Foreigner Registration Office), eine Verlängerung beantragen. Die FRRO-Behörde stellt dann eine sogenannte „Exit Permit“ aus. Sie bekommen damit bis zu dem in dieser Permit genannten Datum Zeit, Indien zu verlassen.

Die Verwendung der Tracking-App "Aarogya Setu" ist bei Reisen mit öffentlichen Verkehrsmitteln, im Inlandsflugverkehr und bei der Einreise nach Indien obligatorisch (obwohl es alternative Möglichkeiten für Personen gibt, die die App nicht auf ihrem Telefon installieren können). Zwischen einigen indischen Bundesstaaten ist das Reisen nur mit einem negativen PCR-Test möglich und in einigen indischen Bundesstaaten besteht sogar eine Quarantänepflicht für Personen, die aus anderen Bundesstaaten ankommen.

Rückreise nach Deutschland, Österreich oder die Schweiz

Aufgrund der Landeverbote für Passagierflüge aus Indien, die in fast allen europäischen Ländern gelten, ist es derzeit de facto unmöglich, einen Flug von Indien nach Europa zu buchen (auch wenn Fluggesellschaften das auf ihren Websites anbieten). Wenn Sie Indien verlassen wollen oder müssen, besuchen Sie bitte die Websites der verschiedenen europäischen Botschaften in Indien für aktuelle und zuverlässige Informationen zu Flügen, mit denen Sie nach Europa kommen können. Sollten Sie durch mehrere Bundesstaaten reisen müssen, um zu Ihrem Abflugflughafen zu kommen, ist die Empfehlung, mit einem Inlandsflug dorthin zu reisen.

Bei der Rückreise aus Indien müssen Sie sich vor der Einreise in Deutschland, auf der Website „Einreiseanmeldung.de" registrieren und vor der Abreise einen Covid-19-Test mit einem negativen Resultat abnehmen lassen. Aufgrund der Überlastung des indischen Medizinsystems und damit auch der Testlabors durch die jüngste Covid-19-Welle kann es ein Problem sein, den Test rechtzeitig vor Ihrer Abreise durchführen zu lassen. Nach der Rückkehr gehen Sie in Selbstisolation, wobei Sie mindestens 10 Tage in häuslicher Quarantäne bleiben müssen, da Indien als Virusvariantengebiet eingestuft wurde.

Finanzielle Folgeschäden der Corona-Maßnahmen

Eigentlich weiß noch niemand, ob es hierfür, sowohl in Bezug auf die Kosten für das Visum als auch auf andere Kosten wie Flüge und Übernachtungen, eine Entschädigung geben wird. Wenn Sie eine Pauschalreise gebucht haben, können Sie sich an Ihren Reiseveranstalter oder Ihr Reisebüro wenden. Wenn Sie eine Reise- und Rücktrittsversicherung abgeschlossen haben, können Sie sich möglicherweise mit einem Claim an diese Versicherung wenden. Auch Reiseversicherungen geraten jedoch in Schwierigkeiten, wenn sie alle Reisen erstatten müssen und können sich auf Klauseln berufen, die in vielen Verträgen aufgenommen sind und besagen, dass im Falle höherer Gewalt keine Schäden ersetzt werden. Die indische Regierung wird keine Vergütung für die Kosten des Visums anbieten; alle Einwanderungsdienste der Welt behalten sich schließlich das Recht vor, Reisenden auch nach der Erteilung eines Visums (sogar ohne Angabe von Gründen) die Einreise zu verweigern, wenn diese eine Gefahr für das zu bereisende Land darstellen könnten.

Haftungsausschluss: Die Corona-Krisensituation in Indien verändert sich rasch, und die Einwanderungsbehörden sowie andere Regierungsstellen in Indien sind sehr zurückhaltend mit Informationen über die Maßnahmen und deren Konsequenzen für die Verwendung von Visa in der nahen Zukunft. Aus den Informationen auf dieser Seite die zwar sorgfältig zusammengestellt sind, für deren Aktualität und Vollständigkeit jedoch keine Gewähr übernommen wird, können Sie daher keine Rechte ableiten.